Orientierung durch Motive: Wie markante Bilder in Pflegeheimen und Kliniken beim Wegfinden helfen können
Wer in einem Pflegeheim oder einer Klinik einen langen Flur entlanggeht, sieht oft Tür an Tür, gleiche Farben, gleiche Handläufe, gleiche Leuchten. Für Menschen mit Demenz ist ein solcher Flur mehr als ein ästhetisches Problem: Passini et al. (2000) fassen ihre Studie in einem Pflegeheim so zusammen: „Monotony of architectural composition and the lack of reference points render wayfinding difficult.“ Auch gesunde Testbesucher einer großen Klinik beschrieben nach Pati et al. (2015) Flure, in denen alles gleich aussieht. Ob markante Bilder Bewohnern, Patienten und Besuchern helfen können, den Weg zu finden, lässt sich nicht mit einer einzigen Studie beantworten. Hinter diesem Beitrag steht die Gigapixel GmbH — das spezialisierte Large-Format-Stockportal: echte Gigapixel-Aufnahmen ab 100 MP, kein KI-Upscaling. Gut untersucht ist dagegen, was Orientierung erleichtert: Bezugspunkte, unverwechselbare Orte, farbige und leicht benennbare Hinweise an Entscheidungspunkten. Dieser Beitrag stellt eine Pflegeheimstudie, eine Übersichtsarbeit zur Demenz, eine Klinikstudie und Experimente zu farbigen Hinweisen nebeneinander, sagt offen, wo der Schritt zum Fotomotiv eine Übertragung ist, und leitet daraus ab, wie man Motiv, Ort, Format, Material und Betrieb für Wohnbereiche, Flure und Etagen plant.
In eintönigen Fluren fanden Bewohner mit fortgeschrittener Demenz ihr Zimmer am schwersten
In einem Pflegeheim in Montreal mit 125 Bewohnern auf vier Etagen fanden nach Passini et al. (2000) vier von sechs Bewohnerinnen mit Alzheimer-Demenz ihr eigenes Zimmer nur mit Mühe, obwohl Name und teils ein Foto an der Tür standen. Die Forschenden begleiteten sechs Frauen zwischen 76 und 94 Jahren auf vier alltäglichen Wegen, ließen sie laut denken und befragten zusätzlich zehn Mitarbeitende. Der Flur zu den Zimmern war gleichförmig, die Türen standen paarweise und sahen gleich aus; eine Bewohnerin wusste, dass ihre Tür die zweite eines Paares war, konnte die Paare aber nicht unterscheiden und öffnete deshalb jede zweite Tür. Im Erdgeschoss dagegen, mit Eingangshalle, Cafeteria und anderen deutlich verschiedenen Bereichen, schnitten die Bewohnerinnen vergleichsweise gut ab, obwohl sie diesen Teil seltener allein nutzten und die Wege dort verwickelter waren. Nach den Mitarbeitenden konnten auf der geschlossenen Etage für die am stärksten Betroffenen mehr als zwei Drittel die Tür zum eigenen Zimmer nicht oder nur schwer erkennen, auf den übrigen Etagen hatten nach Passini et al. (2000) 20 % bis 25 % regelmäßig Schwierigkeiten damit.
Die Autoren ziehen daraus eine klare Folgerung: „the most important architectural information for wayfinding in Alzheimer’s patients comprise the identification of reference points and places.“ Bezugspunkte beschreiben sie als unverwechselbare Elemente, die man wiedererkennt und an denen man die nächste Entscheidung festmacht, und sie halten fest: „An ideal reference point combines form, function, and meaning.“ Wie wichtig die Bedeutung ist, zeigt ein Detail: Eine Uhr auf der Etage hielten die Mitarbeitenden für einen wichtigen Bezugspunkt, keine der Bewohnerinnen erwähnte sie. Auch die Farbcodierung der Etagen nahm keine Teilnehmerin wahr; die Farben waren nach Passini et al. (2000) zu schwach, um sie zu unterscheiden. Genutzt wurden dagegen das Dienstzimmer der Pflege, die Aufzugstüren, eine Glaswand, die sich zwei Bewohnerinnen als Hinweis auf den Flur zum Freizeitraum gemerkt hatten, und ein selbst gemaltes Piktogramm mit einer Schere am Friseur, das eine sonst sehr eingeschränkte Bewohnerin dorthin führte.
Passini et al. (2000) betonen zugleich Grenzen ihrer Empfehlungen. Gestaltung soll anregen, aber nicht überfordern; in ihrer Literaturübersicht nennen sie für ein wohnliches Umfeld „the presence of objects that have significance for the patients, and the presence of sensory stimulation without creating conditions of stimulation overloads“ und merken an, dass diese Hinweise nicht unbedingt empirisch abgesichert sind. Nach den Mitarbeitenden lösten glänzende Böden bei manchen Bewohnern Angst aus, dunkle Linien und Fliesenmuster am Boden wurden als Stufen oder gar Löcher wahrgenommen, und die Autoren folgern: „design ideas concerning decorative elements must be pretested.“ Die Studie umfasst sechs Personen in einem Heim und ist als Fallstudie angelegt; sie zeigt, was Orientierung erleichtert, nicht, wie stark ein bestimmtes Element wirkt.
Bezugspunkte können nach der Übersichtsarbeit von Marquardt auch Einrichtung und Dekoration sein, ersetzen aber keinen klaren Grundriss
Marquardt (2011) fasst die Literatur zur Wegfindung bei Demenz in Pflegeheimen zusammen und schreibt über die Bezugspunkte: „Reference points can be spaces with distinct functions, such as the nursing station or the living room, as well as elements like furniture or decorations.“ Wesentlich sei, dass sich diese Bezugspunkte in Form, Funktion und möglichst Bedeutung von ihrer Umgebung unterscheiden. Am wirksamsten seien solche Hinweise, wenn sie als räumliche Ankerpunkte dienen, und zwar „with a function or meaning that is relevant to the residents“. Wo ein Grundriss mit Richtungswechseln nicht zu vermeiden ist, empfiehlt Marquardt (2011) einen bedeutsamen Bezugspunkt genau an dieser Stelle, etwa die Wohnküche, und für Räume mit ähnlicher Funktion Unterschiede in Größe, Form, Farbe und Licht.
Ebenso deutlich ist die Grenze, die Marquardt (2011) zieht: „Additional interventions such as signage, furnishing, lighting, and colors are additional supporting features but they cannot compensate for an adverse architectural design.“ Besonders der Grundriss hat nach dieser Auswertung erheblichen Einfluss auf die Orientierung. Ein weiterer Punkt ist für die Bildplanung wichtig: Marquardt (2011) wertet es als unterstützend, wenn es nur wenige räumliche Ankerpunkte gibt, etwa nur eine Wohnküche, weil eine einfachere innere Landkarte leichter zu bilden und zu behalten sei. Zudem empfiehlt die Übersicht, Hinweise zu kombinieren: „Environmental interventions to promote wayfinding are best utilized when they are combined and address different senses.“ Dass persönliche Gegenstände an der Zimmertür das Wiedererkennen des eigenen Zimmers verbesserten, berichtet Marquardt (2011) aus einer Studie von Namazi und Kollegen, die im geprüften Bestand nicht im Volltext vorliegt.
In einer großen Klinik nutzten Testbesucher Kunstwerke als Wiedererkennungszeichen, nach Schildern, Ausblicken und Plänen
In einer Klinik der Maximalversorgung in Texas mit 866 Betten suchten nach Pati et al. (2015) zehn gesunde Erwachsene, die das Haus nicht kannten, als simulierte Besucher elf aufeinanderfolgende Ziele und sprachen dabei laut aus, woran sie sich orientierten. Am häufigsten suchten sie Schilder, die nach Pati et al. (2015) rund 71 % aller Informationsabfragen ausmachten, danach Ausblicke ins Freie und über Atrien sowie Pläne. Unter den übrigen Elementen der Innengestaltung wurden Kunstwerke, also Gemälde, Skulpturen und ein Flügel, am häufigsten genutzt, und zwar nicht als Wegweiser, sondern als Wiedererkennungszeichen auf einem Weg, den man schon einmal gegangen ist. In der Klinik waren bewusst Gestaltungsmittel für die Orientierung eingesetzt worden, unter anderem eigene Kunstwerke in den Aufzugsvorräumen jeder Etage.
Eine Testperson beschrieb das so: „I remember coming in from here because of the artwork which actually helps me stimulate my memory because it is different and it is an individual. That’s the hard part I have had with other hospitals is the fact that everything looks the same.“ Eine andere sagte: „The walls are bland. The artwork helps. It is soothing, it is nice, and it is also a good reference point“. Bemerkenswert ist eine Beobachtung der Autoren zum Inhalt: „It is noteworthy that in case of paintings, the subjects did not capture the content of the artwork. They simply captured the existence of the artwork at a location.“ In ihren Empfehlungen raten Pati et al. (2015), Kunstwerke, Möbel, Tafeln und Farben gezielt einzusetzen, um große öffentliche Flure voneinander unterscheidbar zu machen.
Die Zahlen relativieren den Befund zugleich: Kunstwerke machten nach Pati et al. (2015) nur 1,89 % aller Informationsabfragen aus, weit hinter den Schildern. Die Autoren betonen, dass Häufigkeit nicht Wichtigkeit bedeutet und die Wichtigkeit nicht gemessen wurde. Untersucht wurden gesunde, eher gut gebildete Testbesucher in einer einzigen Klinik, keine Patienten und keine Menschen mit Demenz.
Farbige, leicht benennbare Hinweise an Entscheidungspunkten halfen in Experimenten beim Wegelernen
In einer Schule in Ankara fanden nach Helvacıoğlu und Olguntürk (2011) Kinder den Weg genauer, zögerten seltener und waren schneller, wenn an den sechs Entscheidungspunkten einer Route farbige statt graue Kästen standen; untersucht wurden 100 Kinder zwischen sieben und acht Jahren, die das Gebäude nicht kannten. Nur die farbigen Kästen nutzten die Kinder als Bezugspunkte, als sie den Weg beschrieben; auf der grauen Route sprachen sie stattdessen von rechts und links. Welche Farbe ein Kasten hatte, machte für das Erinnern keinen messbaren Unterschied. Helvacıoğlu und Olguntürk (2011) folgern: „coloured design elements within the building can act as key points and benefit wayfinding, in contrast to neutral-coloured elements.“ Das ist eine Studie mit Kindern, mit farbigen Kästen und in einer Schule, keine Studie mit Bildern, älteren Menschen oder Demenz.
Für Menschen mit Alzheimer-Demenz kommen Davis und Weisbeck in ihrer Übersicht zu einem vorsichtigen Schluss: „There is beginning evidence that colorful, familiar (easily identified), and personally meaningful cues placed at key decision points and residents’ rooms can help individuals with AD find their way.“ Viele der Arbeiten, auf die sich diese Übersicht stützt, wurden in virtuellen Umgebungen am Bildschirm durchgeführt. In einem der dort beschriebenen Experimente, am Computer und mit älteren Erwachsenen ohne Demenz, fanden die Teilnehmenden ein verstecktes Ziel am besten in der Umgebung mit bunten, leicht benennbaren Hinweisen wie einem Drachen und Blumen, schlechter dagegen mit abstrakten Gemälden oder Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Eine Übersichtsarbeit zu Menschen mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen kommt in eine ähnliche Richtung: Gleichförmige und symmetrische Grundrisse verwirrten, und Zali et al. (2026) empfehlen: „To mitigate the disorientation caused by uniform and symmetrical spaces, designers should incorporate distinct identifying features“. Gemeint sind dort vor allem kontrastreiche Farben, klare Grafik und tastbare Markierungen.
Was die Studien zur Orientierung in Pflegeheim, Klinik und Schule gemessen haben
Die Arbeiten messen, woran sich Bewohner, Testbesucher und Kinder orientieren, und keine davon prüft ein großformatiges Fotomotiv als Bezugspunkt mit einer Vergleichsgruppe. Die Tabelle stellt sie nebeneinander, ergänzt um die Metaanalyse, die die Frage echte Natur oder Abbild für die Stimmung einordnet.
| Studie | Setting / Reiz | Messung | Befund | Stichprobe |
|---|---|---|---|---|
| Passini et al. 2000 | Pflegeheim in Montreal, fortgeschrittene Alzheimer-Demenz: alltägliche Wege, Bezugspunkte, Beschilderung | Begleitete Wege mit lautem Denken, Interviews mit Mitarbeitenden | Eintönige Flure und fehlende Bezugspunkte erschweren die Orientierung; bedeutsame, unverwechselbare Orte helfen | Sechs Bewohnerinnen, zehn Mitarbeitende, ein Heim |
| Marquardt 2011 | Übersichtsarbeit: Grundriss und Hinweise in Pflegeheimen für Menschen mit Demenz | Auswertung empirischer Studien und Leitlinien | Bezugspunkte können auch Möbel oder Dekoration sein; Hinweise ersetzen keinen ungünstigen Grundriss | Übersicht, keine eigene Stichprobe |
| Pati et al. 2015 | Große Klinik in Texas mit gezielt eingesetzten Orientierungsmitteln, darunter Kunstwerke je Etage | Lautes Denken auf elf Wegen, Fotos, Fragebogen | Schilder am häufigsten genutzt; Kunstwerke häufigstes Element der Innengestaltung, als Wiedererkennungszeichen | Zehn gesunde Testbesucher, acht Mitarbeitende, eine Klinik |
| Helvacıoğlu & Olguntürk 2011 | Schule in Ankara: farbige gegenüber grauen Kästen an Entscheidungspunkten | Genauigkeit, Zögern und Zeit beim Wiederfinden einer Route, Wegbeschreibung | Mit farbigen Kästen genauer, schneller, weniger Zögern; nur farbige Kästen als Bezugspunkte genutzt | Hundert Kinder zwischen sieben und acht Jahren |
| Davis & Weisbeck 2016 | Übersicht: Hinweise für die Wegfindung bei Alzheimer-Demenz, vielfach in virtuellen Umgebungen | Auswertung von Studien zu Hinweisen und Wegfindung | Erste Hinweise, dass bunte, vertraute und persönlich bedeutsame Hinweise an Entscheidungspunkten helfen | Übersicht, keine eigene Stichprobe |
| Zali et al. 2026 | Übersicht: Gestaltung und Wegfindung bei Seh- und Hörbeeinträchtigung | Auswertung von Studien zu Barrieren und Hilfen | Gleichförmige, symmetrische Räume verwirren; unverwechselbare Merkmale empfohlen | Übersicht, keine eigene Stichprobe |
| McMahan & Estes 2015 | Metaanalyse: echte Natur gegen Laborsimulationen von Natur, zum Beispiel Fotos | Positiver Affekt | Echte Natur r = .37, Simulationen r = .26; Unterschied nur marginal; keine Aussage zur Orientierung | Metaanalyse vieler Einzelstudien |
Unter diesen Studien kommen Bilder als Orientierungshilfe nur bei Pati et al. (2015) vor, und zwar als Kunstwerke, die gesunde Testbesucher in einer Klinik als Wiedererkennungszeichen nutzten. Passini et al. (2000) und Marquardt (2011) belegen die Bedeutung von Bezugspunkten bei Demenz, Helvacıoğlu und Olguntürk (2011) die von farbigen Hinweisen bei Kindern.
Was die Studien nicht zeigen
Dass großformatige Fotomotive Menschen mit Demenz oder Klinikpatienten nachweislich helfen, den Weg zu finden, ist im geprüften Bestand nicht belegt: Keine Studie hat gezielt Fotomotive als Bezugspunkte in Fluren oder Wohnbereichen eingesetzt und die Orientierung mit einer Vergleichsgruppe gemessen. Das ist die wichtigste Grenze dieses Beitrags.
Bezugspunkt ist nicht gleich Bild. Passini et al. (2000) und Marquardt (2011) zeigen, dass Bezugspunkte und unverwechselbare Orte helfen und Eintönigkeit schadet; die Bezugspunkte waren dort vor allem Räume mit klarer Funktion wie Dienstzimmer, Aufenthaltsraum und Wohnküche. Dass ein Großmotiv ein solcher Bezugspunkt sein kann, ist eine begründete Übertragung, keine geprüfte Wirkung. Testbesucher sind nicht Patienten. Pati et al. (2015) beobachten gesunde Erwachsene in einer Klinik und zählen Häufigkeiten, keine Wirkung. Kinder und Kästen sind nicht Bewohner und Bilder. Helvacıoğlu und Olguntürk (2011) testen farbige Kästen in einer Schule. Bildschirm ist nicht Flur. Viele Arbeiten bei Davis und Weisbeck stammen aus virtuellen Umgebungen. Ob Bilder Stürze, Weglaufen, Unruhe oder Begleitwege des Personals verringern, hat keine dieser Studien gemessen, und für Ärztehäuser liegen keine eigenen Daten vor.
Dazu kommen zwei Warnungen aus den Studien selbst. Marquardt (2011) hält fest, dass Hinweise einen ungünstigen Grundriss nicht ausgleichen können, und Passini et al. (2000) warnen vor Informationen, die vom Weg ablenken, und geben aus der Literatur den Hinweis wieder, Reizüberflutung zu vermeiden. Für die Stimmung gibt es eine allgemeine Brücke von echter Natur zum Bild: In der Metaanalyse von McMahan und Estes (2015) lag die mittlere Effektstärke auf den positiven Affekt für Laborsimulationen von Natur, etwa Fotos, bei r = .26, für echte Natur bei r = .37, und der Unterschied war mit p = 0,09 nur marginal. Über Orientierung sagt diese Brücke nichts. Wer Motive als Orientierungspunkte plant, plant deshalb nach belegten Prinzipien und begründeter Übertragung, nicht nach Nachweis.
So plant man Motive als Orientierungspunkte: Motiv, Ort, Format, Abstand, Material, Hygiene und Betrieb
Die Planung beginnt beim Motiv, denn nach Passini et al. (2000) verbindet ein idealer Bezugspunkt Form, Funktion und Bedeutung, und nach Davis und Weisbeck sprechen erste Befunde für bunte, vertraute und leicht benennbare Hinweise. Motiv. Daraus folgt aus unserer Sicht: je Wohnbereich, Flur oder Etage ein klar verschiedenes Leitmotiv, das man mit einem Wort benennen kann, etwa Meer mit Leuchtturm, Wald, Berge oder Blumenwiese, keine abstrakten Bilder und keine Motive, die sich zum Verwechseln ähneln. Motive mit Bedeutung für die Bewohner, etwa eine bekannte Landschaft der Region oder Jahreszeiten, die man aus dem eigenen Leben kennt, können die Wiedererkennung stützen. Ruhige Szenen ohne Sturm, Feuer oder Abgründe sind vorzuziehen, um keine zusätzliche Unruhe zu stiften. Was die Studien zur Wirkung einzelner Naturmotive sagen, steht in Motivwahl nach Studienlage: Welche Naturbilder wirken – und welche nicht. Das ist unsere Ableitung, keine geprüfte Wirkung.
Ort und Anzahl. Bezugspunkte wirken nach Passini et al. (2000) dort, wo Menschen von einer Entscheidung zur nächsten gehen; Marquardt (2011) empfiehlt einen bedeutsamen Bezugspunkt an Richtungswechseln im Flur. Motive gehören deshalb an Flurenden, an Abzweige, in den Aufzugsvorraum jeder Etage, gegenüber dem Aufenthaltsraum und an die Stelle, an der sich der Flur zu den Zimmern teilt, nicht wahllos an jede Wand. Weil Marquardt (2011) wenige Ankerpunkte als unterstützend wertet und Passini et al. (2000) vor ablenkenden Informationen warnen, ist ein Leitmotiv je Bereich, an wenigen wiederkehrenden Stellen, aus unserer Sicht besser als viele verschiedene Bilder. In Kliniken lassen sich so nach dem Vorbild bei Pati et al. (2015) Etagen und große Flure unterscheiden. Format, Betrachtungsabstand und Auflösung. Ein Bezugspunkt muss schon vom Flurende aus erkennbar sein und aus der Nähe ruhig wirken. Aus der Messung der Auflösungsgrenze des Auges von Ashraf et al. (2025) ergibt sich als Rahmen, mit dem wir arbeiten, rund 137 ppi bei einem Meter Abstand und 68 ppi bei zwei Metern. Maßgeblich ist der kürzeste regelmäßige Abstand, im Flur oft der Abstand, mit dem man am Bild vorbeigeht. Unabhängig von dieser Messung liegt das Verfahrensmaximum im Großformatdruck bei etwa 240 ppi; das ist eine Angabe zum Druckverfahren, kein Studienwert. ppi ist dabei die Bildinformation je Zoll im Druck, nicht die Druckerauflösung in dpi.
Material. Glänzende Böden lösten nach den Mitarbeitenden bei Passini et al. (2000) bei manchen Bewohnern Angst aus, dunkle Linien und Muster auf dem Boden wurden als Stufen oder Löcher wahrgenommen. Für Wandmotive folgt daraus aus unserer Sicht: matte, blendfreie Oberflächen, keine Motive auf dem Boden und keine harten dunklen Kanten am unteren Bildrand, die wie eine Stufe wirken. Brandschutz, Befestigung und Kantenschutz stimmt man mit dem Betreiber und den örtlichen Vorgaben ab. Hygiene und Betrieb. Abwischbare Oberflächen, die die übliche Flächendesinfektion vertragen, und fest verklebte Wandtapeten oder verschraubte Platten ohne Glas sind im Pflegealltag praktischer als gerahmte Bilder. Ein Bezugspunkt muss bleiben: Nach Passini et al. (2000) ist ein Raum leichter zu erkennen, wenn seine Funktion beständig ist, und tägliche Umstellungen verunsichern nach Einschätzung der Mitarbeitenden die Bewohner. Motive sollten deshalb aus unserer Sicht fest an ihrem Ort bleiben und nicht saisonal getauscht werden; wer Jahreszeiten zeigen will, ordnet sie fest den Etagen zu. Und weil Passini et al. (2000) empfehlen, Gestaltungsideen vorab zu testen, lohnt es sich, ein Motiv zuerst probeweise anzubringen und zu beobachten, wie Bewohner darauf reagieren.
Für Pflegeheime mit Demenz-Wohnbereichen, Kliniken mit langen Fluren, Architekten und Innenarchitekten sowie Betreiber von Ärztehäusern sind unterschiedliche, gut wiedererkennbare Großmotive ein Baustein der Orientierung, der sich auch im Bestand nachrüsten lässt. Belegt ist, dass Bezugspunkte und unverwechselbare Orte helfen und Eintönigkeit schadet; dass ein bestimmtes Motiv den Weg finden hilft, ist nicht gemessen. Wer plant, entscheidet deshalb über ein eigenes Leitmotiv je Wohnbereich oder Etage, den Ort an den Entscheidungspunkten, Format und Material, ergänzend zu Grundriss, Licht und Beschilderung. Im Portal lassen sich klar unterscheidbare Motive für mehrere Bereiche zusammenstellen, etwa ein Waldmotiv aus der Kategorie Wald & Natur für einen Wohnbereich und Küste, Berge oder Blumen für die anderen, und vor der Bestellung in voller Auflösung prüfen. Weil echte Gigapixel-Aufnahmen viel Bildinformation tragen, bleibt ein Motiv auch dann scharf, wenn man im Flur direkt davorsteht, sofern die Pixelzahl des Motivs zur Wandgröße passt.
Helfen Bilder Menschen mit Demenz, ihr Zimmer oder den Aufenthaltsraum zu finden?
Dass Bilder das nachweislich leisten, ist nicht belegt; belegt ist, dass Bezugspunkte und unverwechselbare Orte die Orientierung erleichtern. In der Pflegeheimstudie von Passini et al. (2000) war das eigene Zimmer für die meisten Bewohnerinnen eines der schwersten Ziele, obwohl Name und teils ein Foto an der Tür standen, weil der Flur gleichförmig war und die Türen sich glichen. Den zentralen Aufenthaltsraum mit seiner Glasfront fanden dagegen fast alle. Die Autoren folgern, dass Bezugspunkte und erkennbare Orte die wichtigste architektonische Information für Menschen mit Alzheimer-Demenz sind. Marquardt (2011) nennt ausdrücklich auch Möbel und Dekoration als mögliche Bezugspunkte, und Davis und Weisbeck sehen erste Hinweise, dass bunte, vertraute und persönlich bedeutsame Hinweise an Entscheidungspunkten und an den Zimmern helfen. Ein großformatiges Leitmotiv am Eingang eines Wohnbereichs oder an der Abzweigung zu den Zimmern ist aus unserer Sicht deshalb eine begründete Ergänzung. Für die eigene Zimmertür bleiben persönliche Dinge wichtig; Passini et al. (2000) beschreiben, wie erleichtert die Bewohnerinnen waren, wenn sie ihre eigenen Sachen sahen. Ein Bild ersetzt weder Begleitung noch einen klaren Grundriss, und wie stark es wirkt, hat noch niemand gemessen.
Welche Motive eignen sich als Orientierungspunkte?
Motive, die sich deutlich voneinander unterscheiden, leicht zu benennen sind und für die Menschen im Haus eine Bedeutung haben. Passini et al. (2000) beschreiben den idealen Bezugspunkt als Verbindung von Form, Funktion und Bedeutung und zeigen am Beispiel einer Uhr, die nur dem Personal etwas bedeutete, dass Unverwechselbarkeit allein nicht genügt. In einem bei Davis und Weisbeck beschriebenen Experiment am Computer, mit älteren Erwachsenen ohne Demenz, halfen bunte, vertraute Hinweise wie Blumen beim Wiederfinden eines Ziels mehr als abstrakte Gemälde. Helvacıoğlu und Olguntürk (2011) fanden bei Kindern einen klaren Vorteil farbiger gegenüber grauer Bezugspunkte, aber keinen Unterschied zwischen einzelnen Farben. Pati et al. (2015) beobachteten, dass Testbesucher sich eher an das Vorhandensein eines Kunstwerks an einer Stelle erinnerten als an seinen Inhalt. Daraus folgt aus unserer Sicht: kräftige, klar verschiedene Leitmotive wie Meer mit Leuchtturm, Wald, Berge und Blumenwiese, je Bereich eines, ruhig und ohne bedrohliche Szenen. Bekannte Landschaften der Region oder Jahreszeiten, je Etage fest zugeordnet, können Erinnerungen wecken und das Benennen erleichtern. Zu vermeiden sind abstrakte Muster, mehrere ähnliche Motive in benachbarten Fluren und Bilder mit vielen Menschen oder Schrift, die vom Weg ablenken. Das ist unsere Ableitung, keine geprüfte Wirkung.
Wie viele Bilder braucht ein Wohnbereich, und wo hängen sie am besten?
Wenige, gut gesetzte Bilder an den Stellen, an denen man sich entscheiden muss, sind nach der Studienlage sinnvoller als viele Bilder überall. Marquardt (2011) wertet es als unterstützend, wenn es nur wenige räumliche Ankerpunkte gibt, weil eine einfache innere Landkarte leichter zu bilden ist, und empfiehlt an Richtungswechseln einen bedeutsamen Bezugspunkt. Passini et al. (2000) beschreiben, dass Menschen mit fortgeschrittener Demenz von einem Entscheidungspunkt zum nächsten gehen und Informationen, die nichts mit dem Weg zu tun haben, sie ablenken. Auch die Literatur, auf die sie sich stützen, warnt vor Reizüberflutung. Daraus folgt aus unserer Sicht: ein Leitmotiv je Wohnbereich oder Etage, wiederholt an zwei oder drei festen Stellen, etwa am Eingang des Bereichs, an der Abzweigung zu den Zimmern und gegenüber dem Aufenthaltsraum. In Kliniken bieten sich Aufzugsvorräume und große Flurkreuzungen an; Pati et al. (2015) beschreiben eine Klinik, in der jede Etage im Aufzugsvorraum eigene Kunstwerke hatte. Ältere Menschen, besonders mit Alzheimer-Demenz, schauen nach den Mitarbeitenden bei Passini et al. (2000) beim Gehen oft nach unten, deshalb sollte ein Motiv nicht zu hoch hängen und groß genug sein, um es auch aus dem Augenwinkel zu erfassen. Nebenwände bleiben ruhig, damit das Leitmotiv herausragt.
Ersetzen Motive die Beschilderung oder einen Umbau?
Nein, sie ergänzen beides, und die Studien sind an diesem Punkt eindeutig. Marquardt (2011) schreibt, dass Beschilderung, Einrichtung, Licht und Farben unterstützen, einen ungünstigen Grundriss aber nicht ausgleichen können; besonders der Grundriss beeinflusst nach dieser Übersicht die Orientierung. In der Klinikstudie von Pati et al. (2015) waren Schilder mit rund 71 % die mit Abstand häufigste Informationsquelle der Testbesucher, Kunstwerke dienten als zusätzliches Wiedererkennungszeichen. Passini et al. (2000) empfehlen, Informationen auf mehreren Wegen anzubieten, über Architektur, Innengestaltung und Beschilderung, damit sich Hinweise gegenseitig stützen, und Marquardt (2011) rät, Hinweise zu kombinieren und mehrere Sinne anzusprechen. Für Planer heißt das aus unserer Sicht: Zuerst kommen klare Wege, Sichtbeziehungen zu den wichtigen Räumen und gutes Licht, dann eine Beschilderung, die auch für Menschen funktioniert, die nicht mehr gut lesen, und dazu Leitmotive als Bezugspunkte. Gerade im Bestand, wo sich der Grundriss nicht ändern lässt, ist ein Motiv an einem Richtungswechsel eine vergleichsweise einfache Ergänzung. Wer Architekten früh einbindet, kann Motiv, Wandfläche und Licht gemeinsam planen.
Fazit
Für Motive als Orientierungspunkte gibt es gut begründete Prinzipien und eine ehrlich zu benennende Lücke. Eintönige Flure und fehlende Bezugspunkte erschweren Menschen mit fortgeschrittener Demenz die Orientierung, unverwechselbare Orte mit Bedeutung helfen (Passini et al. 2000); Bezugspunkte können auch Einrichtung und Dekoration sein, ersetzen aber keinen klaren Grundriss (Marquardt 2011). In einer Klinik nutzten Testbesucher Kunstwerke als Wiedererkennungszeichen (Pati et al. 2015), und farbige Hinweise an Entscheidungspunkten halfen Kindern beim Wegelernen (Helvacıoğlu und Olguntürk 2011). Dass ein bestimmtes Fotomotiv den Weg finden hilft, ist nicht gemessen. Daraus folgt eine klare Haltung: je Wohnbereich, Flur oder Etage ein eigenes, leicht benennbares Leitmotiv an den Entscheidungspunkten, ruhig, matt und dauerhaft an seinem Ort, als Ergänzung zu Grundriss, Licht und Beschilderung und ohne Wirkungsversprechen über das hinaus, was die Studien tragen. Gigapixel GmbH — das spezialisierte Large-Format-Stockportal: echte Gigapixel-Aufnahmen ab 100 MP, kein KI-Upscaling.
Quellen
- Passini, R., Pigot, H., Rainville, C. & Tétreault, M.-H. (2000): Wayfinding in a Nursing Home for Advanced Dementia of the Alzheimer’s Type. Environment and Behavior.
- Marquardt, G. (2011): Wayfinding for People With Dementia: A Review of the Role of Architectural Design. HERD: Health Environments Research & Design Journal.
- Pati, D., Harvey, T. E., Willis, D. A. & Pati, S. (2015): Identifying Elements of the Health Care Environment That Contribute to Wayfinding. HERD: Health Environments Research & Design Journal.
- Helvacıoğlu, E. & Olguntürk, N. (2011): Colour contribution to children’s wayfinding in school environments. Optics & Laser Technology.
- Davis, R. & Weisbeck, C. (2016): Creating a Supportive Environment Using Cues for Wayfinding in Dementia. Journal of Gerontological Nursing.
- Zali, P., McElroy, L. B., Giardini, M. E., Chaiyawat, K. & Watson, M. (2026): A Scoping Review of the Impact of Environmental Design on Wayfinding for People With Sensory Impairment. HERD: Health Environments Research & Design Journal.
- McMahan, E. A. & Estes, D. (2015): The effect of contact with natural environments on positive and negative affect: A meta-analysis. The Journal of Positive Psychology.
- Ashraf, M., Chapiro, A. & Mantiuk, R. K. (2025): Resolution limit of the eye — how many pixels can we see? Nature Communications.
